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Ihr Altsystem ist kein Hindernis für KI – es ist der beste Startpunkt

In fast jedem Gespräch über KI kommt irgendwann die halb entschuldigende Bemerkung: „Bei uns läuft aber noch eine AS/400." Das ist kein Eingeständnis. Das ist die Chance.

In fast jedem Gespräch über KI kommt irgendwann dieser Satz. Meist mit einem Schulterzucken, halb entschuldigend:

„Bei uns läuft aber noch eine AS/400.”

Oder ein ERP, das seit 1998 gewachsen ist. Oder eine Datenbank aus 2003, an die sich keiner mehr traut. Der Satz kommt als Eingeständnis.

Er ist aber keins.

100.000+
Firmen weltweit betreiben noch AS/400-Systeme
92%
der COBOL-Entwickler sind bis 2030 in Pension
70–88%
der Ablöse-Projekte scheitern – meist nicht an der Technik
01

Das Problem ist nicht das System. Es ist das Wissen.

Die alten Systeme laufen. Sie laufen sogar auffällig gut – seit Jahrzehnten, stabil, ohne Ausfall. Das ist der Grund, warum sie noch da sind.

Was verschwindet, sind die Menschen. Der durchschnittliche COBOL-Entwickler ist Mitte fünfzig. Jedes Jahr geht rund ein Zehntel in Pension. Bis 2030 sind es über neunzig Prozent.

Mit ihnen geht nicht der Code. Der bleibt. Es geht das Warum.

Warum rechnet der Rabatt bei diesem einen Kundentyp anders? Warum gibt es diese Ausnahme im Lagerabgang? Welche der seltsamen Verhaltensweisen sind Fehler – und welche sind seit 1997 genau so gewollt?

Das steht nirgends. Das wusste jemand.

Der Code bleibt. Was in Pension geht, ist das Warum.

Wo liegt das Wissen über Ihr Kernsystem?
Regeln, Ausnahmen, Warum
gewachsen über Jahrzehnte
In den Köpfen von zwei, drei Leuten
55%
Im Code – lesbar, wenn ihn jemand liest
35%
In der Doku
10%
Muster, gewachsene Kernsysteme
Der größte Teil hat keine Sicherungskopie. Er geht mit den Personen.
Wie lange das System schon trägt
1995
System eingeführt
2004
Erweiterungen, undokumentiert
2018
Die Kenner gehen in Pension
2026
Aus dem Chat fragen
02

Der Reflex ist die große Ablöse

Wenn das Wissen schwindet, ist der erste Gedanke: ersetzen. Ein neues System, sauber, dokumentiert, wartbar.

Diese Projekte scheitern zwischen 70 und 88 Prozent. Und zwar fast nie an der Technik.

Sie scheitern daran, dass niemand mehr vollständig sagen kann, was das alte System eigentlich tut. Man kann nicht ablösen, was man nicht beschreiben kann.

Jedes Ablöse-Projekt beginnt deshalb mit Archäologie. Und genau die war bisher so teuer, dass sie meistens zu kurz kam.

Die große Ablöse

Alles neu, sauber, dokumentiert. Scheitert in sieben bis neun von zehn Fällen – weil niemand mehr beschreiben kann, was das Alte tut.

Chatbot vorne drangeklebt

Ein Assistent auf der Website, während die eigentlichen Daten im Altsystem eingeschlossen bleiben. Sieht nach KI aus, ändert nichts.

Warten, bis jemand Zeit hat

Die Archäologie wird seit Jahren verschoben. Jedes Jahr Warten kostet einen weiteren Kenner.

Der Reflex

Ablösen

Neues System, sauber und dokumentiert. Klingt richtig. Setzt aber voraus, dass jemand beschreiben kann, was das alte tut. Genau das kann niemand mehr.

70–88 % scheitern
Die Weggabelung
Die Alternative

Lesbar machen

Das alte System bleibt, wo es ist. Zuerst wird verstanden und aufgeschrieben, was es tut. Erst danach entscheidet man, was überhaupt ersetzt werden muss.

schrittweise
03

Was KI hier wirklich kann

Die meisten setzen KI vorne an. Ein Chatbot für Kunden, ein Assistent im Büro. Das Interessante passiert hinten.

Wirkung groß klein
Nichts tun
Chatbot auf der Website
Große Ablöse
Lesbar machen + MCP
klein Eingriff ins Altsystem groß

Ein Sprachmodell liest dreißig Jahre alten RPG- oder COBOL-Code besser als jeder neue Mitarbeiter. Es ermüdet nicht bei drei Millionen Zeilen. Und es kennt diese Sprachen, auch wenn sie sonst kaum jemand mehr kennt.

Was das System tut. Ablaufbeschreibungen aus Code, den seit Jahren niemand mehr geöffnet hat.
Welche Regeln gelten. Geschäftsregeln und Ausnahmen – aufgelistet statt vermutet.
Woher die Daten kommen. Feld für Feld, vom Ursprung bis zum Bericht.

In einer Untersuchung an über 3,4 Millionen Zeilen COBOL stimmten die maschinell herausgelesenen Geschäftsregeln fast vollständig mit denen überein, die Fachleute von Hand geschrieben hatten.

93%
Übereinstimmung mit Handarbeit
bei rund 70 Prozent weniger Aufwand – untersucht an über 3,4 Mio. Zeilen COBOL.
Maschinell herausgelesene Regeln Abweichung

Das ist die eigentliche Nachricht: Die Archäologie, die Ablöse-Projekte bisher erdrückt hat, ist plötzlich bezahlbar.

04

Und dann kommt MCP

Lesbar ist der erste Schritt. Erreichbar ist der zweite.

MCP steht für Model Context Protocol. Es ist ein Standard, über den ein KI-Assistent an ein System andocken kann. Man beschreibt einmal, welche Daten und Funktionen es gibt. Ab dann kann der Assistent damit arbeiten.

Für ein Altsystem heißt das etwas Unerwartetes: Man muss es nicht anfassen.

Es bleibt, wo es ist, und läuft weiter wie seit dreißig Jahren. Davor kommt eine dünne Schicht, die sagt: hier sind die Aufträge, hier die Lagerbestände, hier die Kundenhistorie.

Und plötzlich fragt man die AS/400 aus einem Chatfenster.

Dokument · Auswertung_Lager_KW29_final_v3.xlsx
Auswertung_Lager_KW29_final_v3.xlsx

Ticket #4471 an die IT

Wartet auf Abfrage-Entwicklung

Stand: zum Zeitpunkt der Lieferung veraltet

KI-System
Welche Artikel liegen länger als 60 Tage auf Lager?
47 Artikel, zusammen 310.000 € gebundenes Kapital. Direkt aus der AS/400, Stand heute früh.
Eine Auswertung bekommen Vorher → nachher
Frage entsteht
bleibt
Ticket an die IT
entfällt
In der Warteschlange
entfällt
Jemand schreibt die Abfrage
entfällt
Report kommt zurück
entfällt
Antwort
bleibt
Aus drei Wochen wird eine Frage im Chat. Am Altsystem ändert sich dabei nichts.

So sieht das an einem gewöhnlichen Vormittag aus:

Live Eine Frage an ein dreißig Jahre altes System · mit MCP-Schicht
09:12
Der Vertriebsleiter fragt im Chat: „Welche Kunden haben heuer weniger bestellt als im Vorjahr?"
09:12
Der Assistent greift über die MCP-Schicht auf die Auftragsdaten der AS/400 zu. Lesend, mit denselben Rechten wie der Fragende.
09:13
Antwort: 23 Kunden, sortiert nach Rückgang, mit dem jeweils letzten Bestelldatum.
09:14
Rückfrage: „Bei welchen davon läuft heuer ein Rahmenvertrag aus?" – die Antwort kommt aus demselben Bestand.
09:15
Am Altsystem wurde nichts geändert. Kein Export, keine Kopie, keine Migration.
Früher wäre das ein Ticket gewesen. Drei Wochen später hätte eine Excel-Datei im Postfach gelegen – mit Zahlen von vorgestern.
Was sich dadurch ändert

Das Altsystem hört auf, eine Sackgasse zu sein. Es wird zu einer Datenquelle wie jede andere.

Das ersetzt keine Modernisierung. Es tut etwas Besseres: Es nimmt den Druck raus. Wer aus dem Altsystem heraus arbeiten kann, muss es nicht in Panik ablösen.

05

Wo das trägt

Das Muster ist überall dasselbe, wo ein Kernsystem über Jahrzehnte gewachsen ist.

Dieselbe Mechanik quer durch die Branchen
Fertigung

Stücklisten, Rückmeldungen aus der Produktion

Handel

Lagerbestände, Konditionen, Kundenhistorie

Logistik

Sendungsdaten, Disposition

Versicherung

Vertragsbestände, Tarifregeln

Banken

Kernbanksysteme, Buchungslogik

Energie

Zählerdaten, Abrechnungsläufe

06

Die richtige Reihenfolge

1

Lesbar machen

Das Modell liest den Bestand und schreibt auf, was drinsteht: Abläufe, Regeln, Datenwege. Zum ersten Mal seit Jahren gibt es wieder eine Beschreibung, die stimmt.

2

Erreichbar machen

Eine MCP-Schicht davor, und die Daten sind aus dem Chat nutzbar. Ohne Migration, ohne Eingriff, ohne Risiko für den laufenden Betrieb.

3

Dann erst entscheiden

Jetzt sieht man, was wirklich ersetzt werden muss – und was einfach weiterlaufen darf. Meistens ist es weniger, als man befürchtet hat.

Die Einwände, die immer kommen
Dürfen die Daten überhaupt zu einem KI-Anbieter?
Müssen sie nicht. Die MCP-Schicht läuft bei Ihnen. Was hinausgeht, entscheiden Sie – bis hin zu Modellen im eigenen Haus.
Was, wenn das Modell etwas erfindet?
Deshalb liest es nicht frei, sondern über definierte Abfragen. Und deshalb prüft am Anfang ein Mensch die herausgelesenen Regeln gegen das, was er kennt.
Unser System ist zu speziell dafür.
Das ist es fast immer. Genau deshalb funktioniert der Weg: Es geht nicht um Standardwissen, sondern darum, Ihren Bestand zu lesen.
Sieht dann jeder alles?
Nein. Die Schicht erbt die bestehenden Berechtigungen. Wer im Altsystem nichts sehen darf, sieht es auch im Chat nicht.

Das Altsystem ist nicht das, was der KI im Weg steht. Es ist das, worauf man die KI zuerst ansetzen sollte. Dort liegt das Wissen, das Ihnen sonst bis 2030 abhandenkommt.