Der Engpass auf dem Weg zur Dark Factory
Viele IT-Abteilungen bauen gerade ihren SDLC als Skills für Agenten nach. Das Ziel heißt Dark Factory. Was dabei leicht vergessen wird: Die Freigaben durch Menschen wurden für ein anderes Tempo gebaut.
Viele IT-Abteilungen bauen gerade ihren SDLC, den Software Development Life Cycle, als Skills für Agenten nach. Manche denken weiter und gehen vom PDLC aus, dem Product Development Life Cycle. Der beginnt bei der Frage, welches Problem gelöst werden soll, und endet erst, wenn sich zeigt, ob das Produkt den erwarteten Nutzen bringt.
Das Ziel dahinter heißt oft Dark Factory, eine Fabrik, in der man das Licht ausschalten könnte, weil niemand mehr drin steht. Ich halte die Richtung für richtig. Was man dabei aber leicht vergisst, sind die Menschen, die zwischendurch freigeben sollen.
Was mit den Agenten verloren geht
Bauen prüft mit
Gute Entwickler haben beim Umsetzen mitgedacht und bei Lücken beim Fachbereich nachgefragt.
Gebaut wird ohne Rückfrage
Der Agent hält beim Bauen nicht an. Wo die Spezifikation eine Lücke hat, trifft er eine Annahme.
Damit hängt mehr an den Freigaben, vor allem an der Spezifikation und an der fachlichen Abnahme. Gleichzeitig landet dort mehr Material, als jemand sorgfältig lesen kann. Dann wird freigegeben, was plausibel aussieht.
Wie eine Freigabe sich abschafft
Finden
Die Freigabe stellt eine konkrete Frage und nimmt sich Zeit dafür. Sie soll etwas finden.
Festhalten
Jeder Fund wird zu einem Skript oder Test, der bei jeder Änderung automatisch läuft.
Weglassen
Findet die Freigabe nur noch, was die Tests ohnehin finden, kann sie weg.
Wichtig ist, wer dann prüft. Eine KI, die den Code einer anderen KI beurteilt, kann Hinweise geben. Verlassen kann man sich darauf nicht, denn sie urteilt beim nächsten Mal vielleicht anders. Ein Skript prüft jedes Mal gleich, egal wer oder was den Code geschrieben hat. Wie das im Alltag aussieht, habe ich in Was im Review auffällt, wird ein Test beschrieben.
So wird die Fabrik Schritt für Schritt dunkler, und man weiß dabei, warum.
Was das für Ihre Organisation heißt
Nach meiner Beobachtung arbeiten in vielen Unternehmen Einzelne schon gut mit KI. Was meistens fehlt, ist der Schritt, das auf eine professionelle Ebene zu bringen und über das ganze Team zu skalieren. Daran hängt viel, denn die meisten Entwicklungsprozesse sind heute agil aufgebaut, mit Sprints, Schätzungen und einem Review am Ende. Dieser Aufbau hat sich um den Engpass herum entwickelt, den es bisher gab: die Zeit der Entwicklerinnen und Entwickler. Wenn Agenten bauen, liegt der Engpass woanders, und die Arbeitsweise muss sich mitändern.
Wer Agenten nur in den bestehenden Scrum-Ablauf steckt, beschleunigt vor allem das Programmieren. Für einen echten Hebel in der Umsetzung und eine Arbeitsweise, die sich auf weitere Teams übertragen lässt, muss sich nach meiner Erfahrung der Ablauf selbst ändern: